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VRACHATI1964

16. November 2014, 2.30 Uhr. 1964 Wir sind am Strand von Vrachati angekommen: Unsere Eltern und wir Kinder, um noch ein Grundstück zu besichtigen, wie wir es zu jener Zeit an den Wochenenden zu tun pflegten. Das Grundstück lag im Gebiet Samoutani, und meine Eltern schlossen es sofort aus. Wir gingen in das einzige Café am Strand. Alle dort drinnen sahen unfreundlich aus und machten einen verlegenen Eindruck! Sie sahen, wie der Kommunist Theodorakis hereinkam, das brachte sie durcheinander. Seht, sie waren alle mit der ERE (der Rechten) bis ins Mark. Draußen pfiff der Wind. Das Kohlenbecken brannte und es war warm. Schließlich erhob sich ein Dorfbewohner und grüßte Papa. Es war der einzige Linke. Herr Andrikopoulos, Gott habe ihn selig. Er führte uns zur anderen Seite des Strands und zeigte uns das Grundstück seines Bruders. Das kauften wir. Und jetzt sind wir seit fünfzig Jahren Einwohner von Vrachati.

Noch zur Geschichte: Später, 1981, stimmten fast alle Einwohner für PASOK (Soz. Partei) und waren für die kommenden dreißig Jahre fanatische Anhänger. Und heute … was sollen wir da sagen … ihr wisst schon … sind wir bei der extremen Rechten angekommen. Ich bin ja auch Bewohner dieser schönen, aber armseligen Gegend. Ich erinnere mich, dass vor fünfzig Jahren Papa diese feindliche Stimmung in dem ärmlichen Café bemerkte und uns empfahl, hinauszugehen und am Hafen einen Spaziergang zu machen. Das taten wir dann auch, Jorgos und ich. Wir liefen auf den riesigen Felsblöcken des Hafens herum, während die Wellen zu unseren Füßen wüteten. Der Wind tobte. Es war kalt, ein harter Winter.

Fünfzig Jahre danach ist der gleiche Hafen völlig verwandelt, verstärkt mit Beton. Damals waren nur die Felsen. Dieser Hafen ist für mich Ausgangspunkt eines ganzen Lebens in dieser Gegend; mit Freud und Leid und den besten Freunden, das muss gesagt sein. „Diese Erde gehört ihnen und uns“. Hatte Papa das nicht gesungen? Ich stelle euch also Vrachati vor, unser Vrachatakia, wie wir Kinder es glückselig nannten, wenn wir von Athen hierher kamen. Unsere Generation hält weiterhin fest an dieser Gegend! Bin ich vielleicht diejenige, die sie am meisten von allen liebt? Guten Abend!

Der Sonntag hat heute eine Milde, die einen verrückt macht. Auch das ist ein wichtiger Grund, warum uns die Nordländer beneiden!

Jetzt gehe ich am Hafen spazieren.

Damals war ich genau fünf. Ich bin alt geworden.

Ich werde hier bleiben! VRACHATI!